ZIMO MX81/MX82 Weichendecoder

Die Anwendung der hier beschriebenen Angaben erfolgt auf eigenes Risiko !

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Inhalt


Einbau

Der Weichendecoder MX81/MX82 wird gemäss Abschnitt Programmieren an den LGB-Motor angeschlossen und auf seine Funktion geprüft. Dies sollte zu Beginn unbedingt gemacht werden, da der Decoder im eingegossenen Zustand nicht mehr repariert werden kann !
Der Schrumpfschlauch wird vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt.
Nun zerlegte ich den gesamten EPL-Antrieb in seine Einzelteile.
Im Seitenfach (Bild oben Mitte) machte ich eine möglichst grosse Öffnung. Hierbei ist aber zu beachten, dass der Kunststoffzapfen für die Schraube des Deckels (Bild rechts neben Öffnung) nicht beschädigt wird.

Der Weichendecoder MX81/MX82 hat nun genau Platz in dieser Öffnung. Das blaue Kabel wird nicht benötigt und kann direkt bei der Platine abgeknipst werden. Die übrigen Kabel werden vorsichtig entlang des Decoders gelegt, so dass sie oben links beim Gehäuserand aus der Öffnung kommen.

Die Unterseite der Öffnung wurde mit einem Stück Klebestreifen verschlossen. Nun mischte ich ca. 5g des 2-komponenten Giessharz (Astorit 903S) in einem kleinen Topf. Den MX81/MX82 tauchte ich in diesen Topf, so dass er vollständig mit Giessharz überzogen war.
Nun füllte ich ca. 1/3 des Hohlraumes mit Giessharz auf und schob den MX81/MX82 vorsichtig in die Öffnung. Es muss darauf geachtet werden, dass der MX81/MX82 gerade und genügend tief im Hohlraum zu liegen kommt. Er darf aber unten nicht sichtbar werden !
Am Schluss wurde der Rest des Hohlraumes mit Giessharz aufgefüllt. Bei den Kabeln links muss mit einem Klebestreifen das Auslaufen verhindert werden.

Der Giessharz muss mind. 48h trocknen, bevor man weiter machen kann.

Die beiden Drähte von der Spule zur Anschlussklemme entfernte ich. Nun lötete ich die Kabel "schwarz" und "rot" an die Anschlussklemme. Die beiden Kabel "grau" und "orange" lötete ich an die Kabel der Spule und schützte die Lötstellen mit Schrumpfschlauch.
Die Kabellängen wählte ich so, dass ich wie auf dem Bild links den Motor neben das Gehäuse klappen kann.
Die beiden kleinen Plastikteile werden links und rechts vom Motor plaziert und dann wird der Motor ins Gehäuse gelegt. Die Kabel dürfen nirgends eingeklemmt werden. An der senkrechten Wand aus Plastik am Motor müssen auf beiden Seiten die Ecken abgeknipst werden, um die Kabel durchzuführen und den Motor einlegen zu können.
Um die Schubstange korrekt zu montieren dreht man am besten die Motorachse so, dass der kleine Nocken genau senkrecht nach oben zeigt. Nun kann man die Schubstange exakt zentriert plazieren.
Um ein Eindringen von Wasser durch die beiden Löcher im Deckel zu verhindern, verschloss ich diese mit Araldit. Der Deckel muss jetzt allerdings für das Anschliessen der Kabel entfernt werden.
Das nebenstehende Bild zeigt einen digitalisierten EPL-Antrieb fertig eingebaut und angeschlossen. Vor dem Einbau muss der Decoder aber noch programmiert werden.

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Programmierung

Anschliessen

Für die Programmierung ist der MX81/MX82 gemäss nebenstehendem Schema an das Progammiergleis der Digital-Zentrale anzuschliessen.

Weichenadresse und CV-Register

In der nachfolgenden Tabelle verwende ich für die Bits eine Nummerierung von 0..7. Digitale Zentralen diverser Hersteller (wie Lenz) benutzen eine Nummerierung von 1..8. Man muss somit bei solchen Zentralen bei den Bits 1 dazuzählen.
Im ZIMO-Handbuch des MX81/MX82 beginnen die Register bei 513. Viele Zentralen unterstützen aber den Zugriff auf diese hohen Adressen nicht. Daher sind in der Tabelle die "tiefen" Adressen der Register angegeben. Für die hohen Adressen muss 512 addiert werden.

Register (CV) Bezeichnung Bemerkung
1 Adresse Bit 0..7 (Erklärung siehe nächste Tabelle)
9 Adresse Bit 8..9 (Erklärung siehe nächste Tabelle)
33 Unteradresse Werte 0..3 (Erklärung siehe nächste Tabelle)
3 Schaltimpulszeit für Unteradresse 0 Defaultwert "2" bedeutet 0.2 Sekunden und sollte für EPL-Antriebe verwendet werden.
4 Schaltimpulszeit für Unteradresse 1 Siehe Register 3
5 Schaltimpulszeit für Unteradresse 2 Siehe Register 3
6 Schaltimpulszeit für Unteradresse 3 Siehe Register 3
38 Bit 0: Stellungserkennung
Bit 1: Umpolen des Vorzeichens
"0" = deaktiviert die Stellungserkennung
"0/1" = Vorzeichen der Weiche äendern
Die vollständige Beschreibung aller Register kann man dem Handbuch des MX81/MX82 entnehmen. Es steht als PDF-Dokument (Adobe Acrobat Reader) auf der Homepage von ZIMO für den Download bereit.
Wichtige Hinweise zum CV38: Der Impuls der Stellungserkennung kann bei den LGB-Antrieben ein tickendes Dauergeräusch verursachen. Wechsel von "1" im Auslieferzustand auf "0" schaltet den Stellungsimpuls (den man kaum benötigt) und damit das tickende Geräusch ab. Durch Umprogrammieren des Bits "Umpolen des Vorzeichens" ändert man die Schaltfolge des Antriebs, aus rechts/links wird links/rechts und umgekehrt, eine nützliche Funktion !
Möchte man also die Stellungserkennung ausschalten, dann programmiert man den Wert "0" in das CV38. Stimmt nun das Vorzeichen der Weiche nicht, dann programmiert man den Wert "2" in das CV38.
ZIMO verwendet für die Adressierung ein System mit einer Haupt- und einer Unteradresse. Wird der MX81/MX82 nun an einem anderen System betrieben, muss die Adressierung beim MX81/MX82 wie folgt gemacht werden:
Digital-Adresse
(Digitrax,Lenz,MZS)
Hauptadresse des MX81/MX82 CV 1
Bit 0..7
Hauptadresse des MX81/MX82 CV 9
Bit 8..9
Unteradresse des MX81/MX82 CV 33
1 1 0 0
2 1 0 1
3 1 0 2
4 1 0 3
5 2 0 0
6 2 0 1
7 2 0 2
8 2 0 3
9 3 0 0
... ... ... ...
26 7 0 1
... ... ... ...
550 138 0 1
Alternativ kann die Digital-Adresse auch berechnet werden:
Hauptadresse = ((Digitaladresse - 1) DIV 4) + 1
Unteradresse = (Digitaladresse - 1) MOD 4
"DIV" bedeutet ganzzahlige Division, "MOD" bedeutet Rest der Division. Also ist von [9 DIV 4] das Resultat "2" und von [9 MOD 4] lautet das Ergebnis "1".

Beim Einbau des modifizierten Weichenantriebes musste man schon beim Anschliessen des MX81/MX82 wissen, ob er links oder rechts angeschlossen wird und ob es eine linke oder rechte Weiche sein wird. Im offiziellen Handbuch des MX81 findet man keinen Hinweis, wie man das Vorzeichen des Antriebes mit der Hilfe der Programmierung im Nachhinein verändern kann.
Ich erhielt dann einen Tip, dass das Bit 1 im CV38 genau dies macht (siehe Tabelle oben). Stellt man also fest, dass die Weiche falsch läuft, wechselt man einfach dieses Bit von "0" auf "1" oder umgekehrt. Am Besten testet man den Antrieb vor dem Einbau am Programmiergleis. Ist er dann eingebaut, kann man keine Umprogrammierung mehr durchführen.

Programmierung mit einem Digitrax-System

Mit dem Chief kann der MX81/MX82 im Modus "dir" (direkte CV-Programmierung) programmiert werden, wie ein normaler Lok-Decoder. Das Auslesen der Register ist somit möglich !

Programmierung mit einem Lenz-System

Nach dem gleichen Schema kann der MX81/MX82 auch an ein Lenz-System angeschlossen werden. Generell gilt zu beachten, dass der MX81/MX82 nur über den CV-Modus zu programmieren ist. Die nach NMRA geforderte Register-Programmierung beherrscht der MX81/MX82 nicht. Die folgende Tabelle gibt Aufschluss darüber, ob und wie der MX81/MX82 an einem Lenz-System programmiert werden kann:

Zentrale

Programmierung
Betrieb
LH200
nein
ja (mit LW100)
LZ100 (V3.0)
ja(mit LH100)
ja

Da beim Set 03 der LH 200 als Zentrale verwendet wird, lässt sich der MX81/MX82 mit diesem Set nicht programmieren. Dies liegt daran, dass der LH200 bei der Programmierung der Adresse immer den Register-Modus benutzt, den der MX81/MX82 eben nicht beherrscht. Betreiben lassen sich die MX81/MX82 ohne weiteres mit dem LW 100 am Set 03.

Lenz-System LZ100/LH100 (Software V 3.0)

Wer einen MX81/MX82 mit einem Lenz-System programmieren möchte, benötigt unbedingt eine Zentrale LZ100 und einen Handregler LH100. Der MX81/MX82 wird ans Programmiergleis angeschlossen, dann wird auf dem LH100 die Programmierung CV gewählt. Wenn mann weiss, welche Adresse der MX81/MX82 bekommen soll, empfiehlt es sich, die Programmierung ohne vorheriges Auslesen durchzuführen.
Wer die CV des MX81/MX82 auslesen möchte, muss unter Umständen mehrere Versuche starten. Hierzu wird der MX81/MX82 an das Programmiergleis angeschlossen und über den LH100 das Auslesen der CV gestartet. Erscheint ein ERR 02, diese Meldung mit der CL-Taste löschen und einen weiteren Versuch starten. Nicht verzweifeln, manchmal hilft es auch, eine andere CV auszulesen und dann die ursprüngliche CV nochmals zu versuchen. Generell ist das Auslesen der CV des MX 81 mit einem Lenz-System eine sehr unsichere Sache, während das Programmieren recht zuverlässig funktioniert.

Lenz-System LZ100/LH100 (Software V 2.3)

Die Programmierung ist leider nur mit einem Trick möglich. Uwe Nehls hat sich mit diesem Problem intensiv auseinandergesetzt und ich gebe hier seine Infos weiter:

Problem: Zentrale springt nach dem Aufruf des Programmiermodus (F8,Enter,Enter) in den Reg-Modus, Ursache unbekannt.
Folge: Höhere Register (REG > R8) lassen sich nicht aufrufen.
Lösung: Aufruf des Programmiermodus ohne (!) angeschlossenen Dekoder, Auswahl des CV-Modus (+/- Tasten); nach einiger Zeit erscheint am LH100 die Fehlermeldung ERR02; diese mit der CL-Taste (und nur mit dieser!) quittieren; Dekoder anschliessen; jetzt kann im CV-Modus ausgelesen und programmiert werden.

Programmierung mit einem LGB-MZS-System

Angaben von Andreas Grund, Dezember 2003

Für die diejenigen Modellbahnfreunde, die den MX81/MX82 gemeinsam mit dem LGB-Mehrzugsystem benutzen möchten, einige Hinweise zur Programmierung und Ansteuerung.

LGB-Handy 55016

Mit dem LGB-Handy 55016 läßt sich der MX81/MX82 weder programmieren noch ansteuern.

LGB-Universalhandy 55015

Mit dem LGB-Universalhandy 55015 läßt sich der MX81/MX82 eingeschränkt programmieren und betreiben.

Für die Programmierung der Weichenadresse (siehe oben) müssen im MX81/MX82 die Werte der CV1 (Hauptadresse 1,2,3, etc.) und CV33 (Unteradresse 0,1,2,3) eingestellt werden, um eine durchgängige Adressierung zu erreichen. Mit dem Handy 55015 lassen sich jedoch nur einstellige CVs programmieren (Auslesen ist sowieso nicht möglich). Dies bedeutet, daß man zwar die Werte 1,2.3 etc in CV1 (entsprechend den LGB-Weichenadressen 1,5,9 etc) einprogrammieren kann, jedoch nicht die Unteradressen für die Weichen 2,3,4, bzw. 6,7,8 etc in CV33. Natürlich kann man mit dieser Methode selbst ohne Unteraddressen genügend Weichen bzw. Magnetartikel für eine mittelgroße Anlage programmieren und ansteuern, die Handhabung der Adressen aufgrund der "Sprünge" 1,5,9,13,,,,,, ist jedoch nicht unbedingt übersichtlich.

LGB Decoderprogrammiermodul 55045

Die volle Programmierung gelingt mit dem LGB Decoderprogrammiermodul 55045 in Verbindung mit der Software ab Version 4.0, am besten mit dem Update für Version 4.00.00011. Vollversion und Update können von www.lgb.de heruntergeladen werden.

Vorbereitung: Modul 55045 an einen PC anschließen, Software installieren. Den Decoder MX81/MX82 an einen LGB-Magnetantrieb mit den orange/grauen Kabeln anschließen. Das blaue Kabel wird nicht benötigt. Das schwarze und rote Kabel des Decoders mit dem weißen und braunen Kabel des LGB-Decoderprogrammieradapters 55045 verbinden. Das grüne und gelbe Kabel des Adapters mit der LGB-Zentrale 55005 verbinden. Die Zentrale 55005 über geeigneten Trafo (z. Bsp. 50110) mit dem Netz verbinden.

Software für 55045 auf dem PC starten. Achtung, bei jedem Start muß in der Rubrik "Optionen" und "COM und Interface ID-Nr." die entsprechende COM-Schnittstelle (in der Regel COM1) erneut bestätigt werden!

Nun unter "Programmierung" "LGB-MZS-Lok-Decoder" aufrufen, NICHT die Weichenprogrammierung. In der linken unteren Ecke ist nun ein elegantes Tool, mit welchem man im Gegensatz zu früheren Versionen der Software ALLE CVs auslesen und programmieren kann! CV1 und CV33 lassen sich gemäss obiger Tabelle mit durchgängigen LGB-Adressen programmieren.

Dieser Ausschnitt (nur linke untere Ecke) zeigt die Programmiermöglichkeit auf. Über die Tasten rechts kann das CV gewählt und anschließend ausgelesen werden. Im Feld "Wert" gibt man durch Überschreiben den neuen Wert ein und betätigt "Programmieren", ggf. erneute Kontrolle durch "Auslesen". In einer weiteren Zeile (nicht hier auf dem Bild) werden Auslesen und Programmieren bestätigt. Einfacher geht es nicht.

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Betrieb

Für den normalen Betrieb der MX81/MX82 gemäss nebenstehendem Schema an die Anlage anzuschliessen. Die Adressierung erfolgt auf einem "Nicht"-ZIMO-System gemäss obiger Tabelle.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass bei mehrfachem, raschem Betätigen des MX81/MX82 dieser sich aus Sicherheitsgründen (Wärme) abschalten kann. Man muss dann einen Augenblick warten, bis der MX81/MX82 die Weiche wieder schalten kann.

Betrieb mit einem Lenz-System

Bei gewissen Betriebszuständen (z.B. Start der Zentrale nach einem Nothalt) kann es vorkommen, dass der MX81/MX82 nicht mehr auf Schaltbefehle reagiert. Die Ursache für dieses Verhalten liegt im Startverhalten der Lenz-Zentrale, leider ist dieses Verhalten nicht immer reproduzierbar.
Sollte aber dieser Zustand eintreten, so kann man die Anlage kurz stromlos machen, indem man die Zuleitung vom Gleis zum Verstärker trennt und wieder einschaltet (brutale Menschen können auch einen Kurzschluss provozieren). So wird die Zentrale nicht neu gestartet und die Decoder reagieren auf alle Befehle wieder einwandfrei !

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© 2010 by This Manhart - Letzte Änderung: 17.1.2010